Stadtvisionen 1910 | 2010 - Berlin-Paris-London-Chicago

Welch ein Auftritt des Städtebaus – vor einhundert Jahren! Vom 1. Mai bis zum 15. Juni 1910 präsentierte sich das damals noch junge Fachgebiet erstmals und umfassend der Öffentlichkeit mit der „Allgemeinen Städtebau-Ausstellung“ in Berlin-Charlottenburg. (Goecke, 1910:74) Es war ein fulminanter Auftritt. Nicht nur die nationale Städtebauelite zeigte ihre Werke, es war vielmehr die erste internationale Präsentation der Errungenschaften des neuen Städtebaus. Die wichtigsten Vertreter aus Europa und den USA waren nach Berlin angereist und zeigten die maßstabsetzenden Planungen bzw. gebauten Zeugnisse des Städtebaus. Neben Berlin, das sich damals als eines der weltweit bedeutendsten Laboratorien des Städtebaus vorstellte, waren dies vor allem Paris, London und Chicago, die die internationale Benchmark des Fachgebietes darstellten. ...lesen Sie mehr.

 


 

Notizen auf dem Leitbild-Weg –
das Projekt „Urbanes Wohnen am Grünen Rand“ in Bochum

„Was sind schon Städte, gebaut, ohne die Weisheit des Volkes.“ Bertolt Brecht, 1953

An Leitbildern besteht kein Mangel. Alles scheint gesagt zu sein und doch besteht Unbehagen. Nicht erst die aktuellen Bürgerproteste haben ein Schlaglicht auf Defizite in der räumlichen Entwicklung geworfen. Latent war dies schon lange vorhanden. Viel zivilgesellschaftlicher Unmut hat sich in zahlreichen kleinen Projekten breit gemacht. Bislang schien alles vollkommen klar: Das Leitbild heißt Nachhaltigkeit. Null Energie, Elektromobil, alles gedämmt. Ziel erreicht. Schon ein etwas ungetrübter Blick in die Normalität des deutschen Städtebaualltags offenbart, dass die Welt viel schlichter ist. Städtebau von der Stange. Fast alle Stadtrandwohngebiete offenbaren abgesehen von funktionaler Monotonie und sozialer Segregation ein eher tristes Erscheinungsbild. ...lesen Sie mehr.


 

"Nur eine gute Idee? Das industrielle Gartenreich Dessau-Wörlitz-Bitterfeld"

„Termin: II. Internationales Walter-Gropius-Seminar vom 4. – 10. 11. 1989, Ort: Bauhaus Dessau, Thema: Zentren der Region – Innenstadterneuerung und Stadt(zentrums)entwicklung – Modellplanung für Dessau.“ Mit einer Kalendernotiz begann Harald Bodenschatz, Teilnehmer an jenem Planungsseminar, Professor an der TU Berlin, seinen rückblickenden Beitrag auf dieses Ereignis im November 1989. (Bodenschatz, 1989, S. 2258) Diese ganz unprätentiösen Zeilen war die Geburtsstunde des späteren, profilbildenden Langzeitprojektes „Industriellen Gartenreichs“ der 1994 zur Stiftung gewandelten Institution Bauhaus Dessau vermerkt. Die Idee war geboren in der Woche, die mit der Maueröffnung endete. Ein zufälliger, aber auch symbolträchtiger Beginn einer programmatischen Auseinandersetzung um die Zukunft eines „ökologischen Katastrophengebietes“ um Dessau, Bitterfeld und Wittenberg, mitten im früheren mitteldeutschen Industriegebiet bei Leipzig und Halle. Dass ein Jahrzehnt später aus dieser Idee ein Beitrag zur Weltausstellung EXPO 2000 als Korrespondenzstandort werden sollte mit den zahlreichen programmatischen Projekten, allen voran „Ferropolis – die Stadt aus Eisen“, war nicht im geringsten ahnbar gewesen. ...lesen Sie mehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bulldozer vor Bukarest

Die Zerstörung des "Klein-Paris des Ostens"
Früher nannte man Rumäniens Hauptstadt "Klein-Paris", wegen der ausgedehnten Parks...lesen Sie mehr.

Planungsgeschichte 1925-1930

Auf der Grundlage einer umfassenden, interdisziplinären Analyse der mitteldeutschen Region wurde erstmals ein REGIONALER FLÄCHENNUTZNGSPLAN erstellt sowie für die einzelnen Teilgebiete städtebauliche Flächennutzungspläne ausgewiesen. Diese sollten als Orientierung, nicht als starres Gebilde für die nächsten 30 Jahre dienen. ..lesen Sie mehr.